Premium Litfaßsäule
Litfaßsäule & City-Light-Säulen
Die Erfindung der Litfaßsäule diente ursprünglich der Bekämpfung von Wildplakatierung. Nach zähen Verhandlungen mit dem Berliner Polizeipräsidenten erhielt Ernst Litfaß Ende 1854 die Genehmigung und ein Monopol für seine „Annoncier-Säulen“ – unter der Auflage, dort auch aktuelle Nachrichten zu veröffentlichen. 1855 wurden die ersten 100 Säulen in Berlin aufgestellt und bald nach ihrem Erfinder benannt. Das Medium überzeugte schnell: Der Staat konnte die Inhalte vorab zensieren, und Werbekunden hatten die Garantie, dass ihre Plakate für die gemietete Zeit nicht überklebt wurden.
Litfaßsäulen sind auch heute noch ein fester Bestandteil des Straßenbildes: Ende 2005 gab es deutschlandweit rund 51.000 Stück, in Berlin waren es bis 2019 knapp 2.500. Mittlerweile erhalten die historischen Werbeträger eine moderne Doppelfunktion als Mobilfunkmasten. In Düsseldorf baut Vodafone seit Ende 2021 viele Säulen unauffällig zu 5G-Sendern aus, um das Netz in belebten Innenstadtbereichen zu stärken. Auch die Deutsche Telekom rüstet in Berlin seit 2021 Säulen mit LTE-Technik aus. Die Funktechnik ist im Inneren der Säulen versteckt und lediglich an speziellen Deckeln sowie Wartungstüren erkennbar, sodass sie weiterhin wie gewohnt für Plakatwerbung genutzt werden können.